Aus welcher Motivation kommen die Gruppenmitglieder?
- Tipps zum Besseren Leben / Aufräumen
- Motivationsblockaden und Aufschiebementalität angehen können
- Den Kick kriegen
- Ohne Hemmungen frei reden können!
- Sich austauschen können
- Keine Angst vor Unverständnis des Gesprächspartners oder abwertenden Kommentaren
- Beispiele, wie andere was hin kriegen / es geschafft haben
- Mit Gleichgesinnten Erfahrungsaustausch
- Man braucht sich nicht groß erklären
- Für sich selbst den Grund finden, warum es so quer läuft oder besser werden könnte
- Das Gefühl der Gemeinsamkeit und des gegenseitigen Akzeptieren
- Keine Belehrungen und Rechtfertigungen
- Akzeptanz des Zustandes (so ist der andere, so ist es bei ihm)und geben von nötigem Zuspruch
- Meinung und Hilfsvorschlägen anderer zu gestellten Fragen einholen können
- Anonymität der Gruppe gegenüber Familie, Bekannten oder Arbeitskollegen
- Die Möglichkeit sich ein soziales Netz zu knüpfen
- (man ist nicht alleine auf der Welt, der dieses Problem hat)
-
Mittwoch, 17. August 2011
Donnerstag, 3. Februar 2011
Was bringt die Selbsthilfegruppe?
In Selbsthilfegruppen können wir unter anderem lernen
* dass wir nicht die einzige Person auf der Welt sind mit solchen Problemen - das erleichtert enorm!
* unsere Gedanken und Gefühle zu äußern - das können die meisten Messies nur sehr schwer, weil sie Angst vor Konflikten und Ablehnung haben
* tiefe Ängste, die oft schon in der frühen Kindheit antrainiert wurden, zu erkennen, auszusprechen und zu überwinden
* unser verletztes inneres Ich anzuerkennen, aufzupäppeln, zu pflegen und zu lieben
* uns dessen bewusst zu werden, was wir gut können, statt uns ständig selbst zu bestrafen für das, was wir nicht - oder noch nicht - gut können
* Verhaltensweisen, die uns schaden, so nach und nach durch Verhaltensweisen zu ersetzen, die uns guttun
* in dem sicheren Rahmen der Gruppe zu üben, Konflikte auszutragen statt sie aus Angst vor Ablehnung zu vermeiden
* die eigenen Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, sie zu achten und zu verteidigen
* Mechanismen zu entwickeln, wie wir uns wieder hochregulieren können, wenn es uns nicht gut geht, statt uns immer noch weiter in eine Depression fallen zu lassen
* uns gegenseitig zu stärken und uns auch gelegentlich ganz tatkräftig, aber auch einfühlsam zur Seite zu stehen, wenn mal wieder der Heizungsableser kommt und in jedem Zimmer ein begehbarer Pfad bis zum Heizkörper freigelegt werden muss ...
Wir haben erkannt, dass wirklich dauerhafte Änderungen nur ganz langsam und behutsam passieren können, und zwar in jedem Lebensbereich. Gewaltkuren führen fast immer zum berüchtigten "Ping-Pong-Effekt", wie viele von uns aus leidvoller Erfahrung wissen.
Erst, wenn wir unserer Seele den Platz einräumen, den sie verdient, werden wir es auch schaffen, unsere Wohnung so aufzuräumen, dass der Platz darin ist, den wir brauchen.
* dass wir nicht die einzige Person auf der Welt sind mit solchen Problemen - das erleichtert enorm!
* unsere Gedanken und Gefühle zu äußern - das können die meisten Messies nur sehr schwer, weil sie Angst vor Konflikten und Ablehnung haben
* tiefe Ängste, die oft schon in der frühen Kindheit antrainiert wurden, zu erkennen, auszusprechen und zu überwinden
* unser verletztes inneres Ich anzuerkennen, aufzupäppeln, zu pflegen und zu lieben
* uns dessen bewusst zu werden, was wir gut können, statt uns ständig selbst zu bestrafen für das, was wir nicht - oder noch nicht - gut können
* Verhaltensweisen, die uns schaden, so nach und nach durch Verhaltensweisen zu ersetzen, die uns guttun
* in dem sicheren Rahmen der Gruppe zu üben, Konflikte auszutragen statt sie aus Angst vor Ablehnung zu vermeiden
* die eigenen Bedürfnisse und Grenzen wahrzunehmen, sie zu achten und zu verteidigen
* Mechanismen zu entwickeln, wie wir uns wieder hochregulieren können, wenn es uns nicht gut geht, statt uns immer noch weiter in eine Depression fallen zu lassen
* uns gegenseitig zu stärken und uns auch gelegentlich ganz tatkräftig, aber auch einfühlsam zur Seite zu stehen, wenn mal wieder der Heizungsableser kommt und in jedem Zimmer ein begehbarer Pfad bis zum Heizkörper freigelegt werden muss ...
Wir haben erkannt, dass wirklich dauerhafte Änderungen nur ganz langsam und behutsam passieren können, und zwar in jedem Lebensbereich. Gewaltkuren führen fast immer zum berüchtigten "Ping-Pong-Effekt", wie viele von uns aus leidvoller Erfahrung wissen.
Erst, wenn wir unserer Seele den Platz einräumen, den sie verdient, werden wir es auch schaffen, unsere Wohnung so aufzuräumen, dass der Platz darin ist, den wir brauchen.
Dienstag, 10. August 2010
Messie History
Ein alter Artikel aus den Anfängen der Messiebewegung
„„PSYCHOLOGIE
Die im Chaos leben
Montag 16.11.1998, 00:00 • von FOCUS-Autorin Stella Bettermann
Chronisch unorganisierte Menschen nennen sich neuerdings „Messies“ – und suchen Rat in Selbsthilfegruppen
Die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung wird leiser, Pausen dehnen sich aus, angefüllt, man ahnt es, mit Scham. Nein, gibt die junge Frau dann atemlos zu, die Infobroschüren habe sie nicht auf die Post gebracht, das Gespräch von vergangener Woche ganz vergessen, die Notiz wohl auf unerklärliche Weise verloren . . .
Peinlich, aber nicht überraschend, schließlich bekleidet die Dame ein Amt, das ein Widerspruch in sich ist: Susanne Herms ist die Organisatorin der Unorganisierten. Sie betreut „Messies“, abgeleitet von „mess“ für Unordnung – und ist eine von ihnen.
Ein Name für das Chaos. Daß manche Menschen Probleme haben, „Struktur in ihr Leben zu bringen“, wie es der Offenbacher Psychotherapeut Werner Gross nennt, ist als psychologisches Phänomen bekannt. Relativ neu ist das Etikett „Messie“, das bei uns gerade eine Wortkarriere macht wie vor einigen Jahren der Begriff „Mobbing“.
In den USA existiert der Messie bereits seit den 80er Jahren. Erfunden wurde er im wenig wohnlichen Heim einer Lehrerin aus Florida, die, nachdem die Verwahrlosung Renovierungsmaßnahmen notwendig machte, ihr Chaotentum in den Griff bekam, fortan Leidensgenossinnen mit Tips für die besonders schlechte Hausfrau versorgte. Heute gilt Sandra Felton auch bei uns als Heilsbringerin weiblicher wie männlicher Messies.
Seit rund zwei Jahren treffen sich Unordentliche in Deutschland zum Erfahrungsaustausch und Aufräumtraining á la Felton in Selbsthilfegruppen, den „Anonymen Messies“. Unlängst fand in drei Städten der erste Messie-Kongreß statt, „und nach jedem Artikel stehen 35 Neue bei uns auf der Matte“, berichtet ein Berliner, der sich, so ist das bei anonymen Selbsthelfern üblich, bei seinem Vornamen Jochen nennen läßt.
Profi im Job, privat ein Chaot – Jochens Biografie ist eine typische Messie-Laufbahn. Beruflich ist der Systemanalytiker zuverlässig, geradezu ein Erbsenzähler. Sein privates Chaos hielt sich so lange in Grenzen, wie es die hinter ihm aufräumende Ehefrau mit ihm aushielt. Nach Trennung und Auszug lebte er aus Umzugskartons, die sich neben den Einzelteilen nie aufgebauter Regale stapelten. „Schließlich wollte ich das total perfekt machen.“ Doch dazu kam es nicht, denn Rationalisierungsmaßnahmen in Richtung Kleidersammlung überfordern Messies emotional, sie hängen an dem Kram, der sie umspült – am ersten Anzug und an allen im Lauf des Lebens erstandenen Socken, oft an Zeitungen und Broschüren. Schließlich bricht alles, im Wortsinn, zusammen. „Was glauben Sie, wie schwer es ist, Magazine meterhoch stabil zu stapeln“, klagt Jochen.
„Unordnung ist die Wonne der Phantasie“, so heißt es. Tatsächlich werden Messies als kreative Zeitgenossen beschrieben. Wenn die Inspirationsquellen dann aber zur Flut anschwellen, versiegt der Spaß am Sammeln und macht dem Selbsthaß Platz. „Der Leidensdruck ist oft immens“, berichtet Psychotherapeut Gross. „Wie ein Hund hinterlasse ich überall in der Wohnung Markierungen“, erzählt etwa die Münchner Studienrätin Helga. Die derbe Metapher mag nicht recht zu der adretten 38jährigen mit den patzerlos lackierten Fingernägeln passen, ebensowenig wie die Beschreibung ihres häuslichen Ambientes: „eine Rumpelkammer“.
„Der Messie entwickelt einen Tunnelblick, er nimmt das Chaos lange nicht wahr“, erläutert Messie-Guru Sandra Felton. Lassen sich dann aber kaum mehr Schneisen schlagen, und ist die Lohnsteuerkarte im Durcheinander für immer verloren, übermannt ihn schließlich Panik – er kapselt sich ab und verzweifelt an der schier unlösbaren Aufgabe, Ordnung zu schaffen.
Anlässe, die aus kreativen Chaoten verzweifelte Messies werden lassen, sind individuell verschieden. Die häufigsten: Frauen trifft es nach dem ersten Kind, Männer nach der Scheidung. Drei Haupttypen könne man unterscheiden, katalogisiert Psychotherapeut Werner Gross: Da gibt es die Horter, die unpünktlichen Zeitmessies und die Chaos-arbeiter, die Infos oder unerledigte Aufträge hamstern.
Auf solche Büromessies haben sich Aufräumdienste spezialisiert, wie ihn Edith Stork, eine resolute Frankfurterin, führt: Rigoros trichtert sie den Schreibtischtätern Ordnungssinn ein. Gegen erneutes Unterlagenwachstum gehen die Büro-Ordner mit Kontrollbesuchen vor – unangemeldet, versteht sich, wie einst in der Schule, als strenges Lehrpersonal die Fächer unter den Bänken filzte, gammelnde Brötchen mit spitzen Fingern zwischen Heften hervorpulte und die Chaoten – meist altbekannte Kandidaten – dem Spott preis gab.
Das Schlamperstigma. Die meisten Messies haben eine „Historie der Demütigungen“ hinter sich, so die Esslinger Psychologin Cordula Neuhaus. Mancher kompensiert seine Schwäche später mit beruflichem Perfektionismus, „privat kriegen sie das nicht hin.“
Verhaltenstherapie und Anleitungen zum Aufräumen können den Weg aus dem Chaos – ganz allmählich – ebnen, sind sich Psychologen einig. Allein die Ursachen des Messietums sind umstritten: „Es kann in der Familie erlerntes Verhalten sein“, kolportiert Psychologe Werner Gross die Meinung der Fraktion, die Messietum „als Symptom mit verschiedenen Ursachen“ betrachtet. Seine Kollegin Neuhaus hält die Messie-Prädisposition dagegen für angeboren: „Die meisten Messies haben das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS). Diese Menschen können ihre Aufmerksamkeit schwer lange Zeit auf etwas konzentrieren“, urteilt sie. Evolutionsgeschichtlich sind ADS-Typen, so eine weitere Hypothese, auf dem Stand der Jäger und Sammler. Neuhaus: „Sie sind hochimpulsiv, immer auf dem Sprung.“
Die modernen Jäger „können in manchen Berufen absolut klasse sein“, betont die Psychologin. Oft sind sie erfolgreich als Broker, Ärzte oder Journalisten. „Unter meinen Patienten ist der Chefredakteur. Recherchieren ist kein Problem für den Mann“, gehe es aber daran, den Artikel zu schreiben, verzweifle er.
Daß die Blüten des Chaos krause Formen annehmen können, reflektieren Messies in ihren Sitzungen mit einer Stimmung zwischen Lachen und Weinen – das Problem Chaos ist überwältigend wie lächerlich. Sogar mit Selbstmordfällen ist der Berliner Jochen in seiner Gruppe konfrontiert gewesen. Die Fahrt zum Kongreß nach Hannover dagegen war eine Episode mit Slapstick-Charakter: „Ich sag´ nur soviel: Kriegen Sie mal zwölf Messies rechtzeitig in einen ICE!“
„Wenn der Heizungsableser kommt, da kriegt der Messie Panik, da macht er sich fertig“ Jochen, „Anonymer Messie“ in Berlin
TYPISCHE CHAOTEN
Die Horter
heben alles auf – Papierberge, Klamotten, Nippes, Müll.
Zeitmessies
sind chronisch unpünktlich, verwechseln Termine.
Chaosarbeiter
verwüsten das Büro oder nehmen zu viele Aufträge an.““
Diese Artikel aus dem Jahr 1998 fanden wir im Focus veröffentlicht.
FOCUS Magazin | Nr. 47 (1998)
„„PSYCHOLOGIE
Die im Chaos leben
Montag 16.11.1998, 00:00 • von FOCUS-Autorin Stella Bettermann
Chronisch unorganisierte Menschen nennen sich neuerdings „Messies“ – und suchen Rat in Selbsthilfegruppen
Die weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung wird leiser, Pausen dehnen sich aus, angefüllt, man ahnt es, mit Scham. Nein, gibt die junge Frau dann atemlos zu, die Infobroschüren habe sie nicht auf die Post gebracht, das Gespräch von vergangener Woche ganz vergessen, die Notiz wohl auf unerklärliche Weise verloren . . .
Peinlich, aber nicht überraschend, schließlich bekleidet die Dame ein Amt, das ein Widerspruch in sich ist: Susanne Herms ist die Organisatorin der Unorganisierten. Sie betreut „Messies“, abgeleitet von „mess“ für Unordnung – und ist eine von ihnen.
Ein Name für das Chaos. Daß manche Menschen Probleme haben, „Struktur in ihr Leben zu bringen“, wie es der Offenbacher Psychotherapeut Werner Gross nennt, ist als psychologisches Phänomen bekannt. Relativ neu ist das Etikett „Messie“, das bei uns gerade eine Wortkarriere macht wie vor einigen Jahren der Begriff „Mobbing“.
In den USA existiert der Messie bereits seit den 80er Jahren. Erfunden wurde er im wenig wohnlichen Heim einer Lehrerin aus Florida, die, nachdem die Verwahrlosung Renovierungsmaßnahmen notwendig machte, ihr Chaotentum in den Griff bekam, fortan Leidensgenossinnen mit Tips für die besonders schlechte Hausfrau versorgte. Heute gilt Sandra Felton auch bei uns als Heilsbringerin weiblicher wie männlicher Messies.
Seit rund zwei Jahren treffen sich Unordentliche in Deutschland zum Erfahrungsaustausch und Aufräumtraining á la Felton in Selbsthilfegruppen, den „Anonymen Messies“. Unlängst fand in drei Städten der erste Messie-Kongreß statt, „und nach jedem Artikel stehen 35 Neue bei uns auf der Matte“, berichtet ein Berliner, der sich, so ist das bei anonymen Selbsthelfern üblich, bei seinem Vornamen Jochen nennen läßt.
Profi im Job, privat ein Chaot – Jochens Biografie ist eine typische Messie-Laufbahn. Beruflich ist der Systemanalytiker zuverlässig, geradezu ein Erbsenzähler. Sein privates Chaos hielt sich so lange in Grenzen, wie es die hinter ihm aufräumende Ehefrau mit ihm aushielt. Nach Trennung und Auszug lebte er aus Umzugskartons, die sich neben den Einzelteilen nie aufgebauter Regale stapelten. „Schließlich wollte ich das total perfekt machen.“ Doch dazu kam es nicht, denn Rationalisierungsmaßnahmen in Richtung Kleidersammlung überfordern Messies emotional, sie hängen an dem Kram, der sie umspült – am ersten Anzug und an allen im Lauf des Lebens erstandenen Socken, oft an Zeitungen und Broschüren. Schließlich bricht alles, im Wortsinn, zusammen. „Was glauben Sie, wie schwer es ist, Magazine meterhoch stabil zu stapeln“, klagt Jochen.
„Unordnung ist die Wonne der Phantasie“, so heißt es. Tatsächlich werden Messies als kreative Zeitgenossen beschrieben. Wenn die Inspirationsquellen dann aber zur Flut anschwellen, versiegt der Spaß am Sammeln und macht dem Selbsthaß Platz. „Der Leidensdruck ist oft immens“, berichtet Psychotherapeut Gross. „Wie ein Hund hinterlasse ich überall in der Wohnung Markierungen“, erzählt etwa die Münchner Studienrätin Helga. Die derbe Metapher mag nicht recht zu der adretten 38jährigen mit den patzerlos lackierten Fingernägeln passen, ebensowenig wie die Beschreibung ihres häuslichen Ambientes: „eine Rumpelkammer“.
„Der Messie entwickelt einen Tunnelblick, er nimmt das Chaos lange nicht wahr“, erläutert Messie-Guru Sandra Felton. Lassen sich dann aber kaum mehr Schneisen schlagen, und ist die Lohnsteuerkarte im Durcheinander für immer verloren, übermannt ihn schließlich Panik – er kapselt sich ab und verzweifelt an der schier unlösbaren Aufgabe, Ordnung zu schaffen.
Anlässe, die aus kreativen Chaoten verzweifelte Messies werden lassen, sind individuell verschieden. Die häufigsten: Frauen trifft es nach dem ersten Kind, Männer nach der Scheidung. Drei Haupttypen könne man unterscheiden, katalogisiert Psychotherapeut Werner Gross: Da gibt es die Horter, die unpünktlichen Zeitmessies und die Chaos-arbeiter, die Infos oder unerledigte Aufträge hamstern.
Auf solche Büromessies haben sich Aufräumdienste spezialisiert, wie ihn Edith Stork, eine resolute Frankfurterin, führt: Rigoros trichtert sie den Schreibtischtätern Ordnungssinn ein. Gegen erneutes Unterlagenwachstum gehen die Büro-Ordner mit Kontrollbesuchen vor – unangemeldet, versteht sich, wie einst in der Schule, als strenges Lehrpersonal die Fächer unter den Bänken filzte, gammelnde Brötchen mit spitzen Fingern zwischen Heften hervorpulte und die Chaoten – meist altbekannte Kandidaten – dem Spott preis gab.
Das Schlamperstigma. Die meisten Messies haben eine „Historie der Demütigungen“ hinter sich, so die Esslinger Psychologin Cordula Neuhaus. Mancher kompensiert seine Schwäche später mit beruflichem Perfektionismus, „privat kriegen sie das nicht hin.“
Verhaltenstherapie und Anleitungen zum Aufräumen können den Weg aus dem Chaos – ganz allmählich – ebnen, sind sich Psychologen einig. Allein die Ursachen des Messietums sind umstritten: „Es kann in der Familie erlerntes Verhalten sein“, kolportiert Psychologe Werner Gross die Meinung der Fraktion, die Messietum „als Symptom mit verschiedenen Ursachen“ betrachtet. Seine Kollegin Neuhaus hält die Messie-Prädisposition dagegen für angeboren: „Die meisten Messies haben das sogenannte Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS). Diese Menschen können ihre Aufmerksamkeit schwer lange Zeit auf etwas konzentrieren“, urteilt sie. Evolutionsgeschichtlich sind ADS-Typen, so eine weitere Hypothese, auf dem Stand der Jäger und Sammler. Neuhaus: „Sie sind hochimpulsiv, immer auf dem Sprung.“
Die modernen Jäger „können in manchen Berufen absolut klasse sein“, betont die Psychologin. Oft sind sie erfolgreich als Broker, Ärzte oder Journalisten. „Unter meinen Patienten ist der Chefredakteur. Recherchieren ist kein Problem für den Mann“, gehe es aber daran, den Artikel zu schreiben, verzweifle er.
Daß die Blüten des Chaos krause Formen annehmen können, reflektieren Messies in ihren Sitzungen mit einer Stimmung zwischen Lachen und Weinen – das Problem Chaos ist überwältigend wie lächerlich. Sogar mit Selbstmordfällen ist der Berliner Jochen in seiner Gruppe konfrontiert gewesen. Die Fahrt zum Kongreß nach Hannover dagegen war eine Episode mit Slapstick-Charakter: „Ich sag´ nur soviel: Kriegen Sie mal zwölf Messies rechtzeitig in einen ICE!“
„Wenn der Heizungsableser kommt, da kriegt der Messie Panik, da macht er sich fertig“ Jochen, „Anonymer Messie“ in Berlin
TYPISCHE CHAOTEN
Die Horter
heben alles auf – Papierberge, Klamotten, Nippes, Müll.
Zeitmessies
sind chronisch unpünktlich, verwechseln Termine.
Chaosarbeiter
verwüsten das Büro oder nehmen zu viele Aufträge an.““
Diese Artikel aus dem Jahr 1998 fanden wir im Focus veröffentlicht.
FOCUS Magazin | Nr. 47 (1998)
Freitag, 6. August 2010
Wir geben dem Schlau Michel eine Chance!
Liebe Messiefreunde,
wir geben dem Schlau-Michel aus dem Posting eine Chance und Testen seine Weisheiten.
Erster Teil des Testes............
Probieren Wir einen Satz aus:
"Ich will frei und ohne Messie-Syndrom leben,
ich bin Messie und brauche Hilfe beim Aufräumen!"
Dann lesen Sie diesen Artikel weiter.
Zweiter Teil folgt in 14 Tagen.
wir geben dem Schlau-Michel aus dem Posting eine Chance und Testen seine Weisheiten.
Erster Teil des Testes............
Probieren Wir einen Satz aus:
"Ich will frei und ohne Messie-Syndrom leben,
ich bin Messie und brauche Hilfe beim Aufräumen!"
Dann lesen Sie diesen Artikel weiter.
Zweiter Teil folgt in 14 Tagen.
Einfach aufräumen, simply
Aufräumen ist doch ganz einfach!!!!
Hier der Text eines besonderen Schlau Michels.
Zitat:
„Aufräumen: Nie wieder dem Messie-Syndrom erliegen!
Thema: Entrümpeln
Stellen Sie sich hin und sagen Sie laut: "Ja, ich will ein Messie bleiben, ich brauche keine Hilfe beim Aufräumen!" Finden Sie den Zustand Ihrer Wohnung schön. Wenn das gelingt, leiden Sie nicht am Messie-Syndrom (manche schreiben auch Messy-Syndrom) - lesen Sie einen anderen Text zum Thema Aufräumen und Entrümpeln.
Haben Sie aber Zweifel, dann holen Sie tief Luft und probieren Sie einen anderen Satz: "Ich will frei und ohne Messie-Syndrom leben, ich bin Messie und brauche Hilfe beim Aufräumen!" Dann lesen Sie diesen Artikel weiter.
Gegen das Messie-Syndrom kämpfen: Lesen Sie diese Seite ganz durch
Sagen Sie nicht (wie schon so oft): "Dieser Artikel wird mir als Messie auch keine Hilfe beim Aufräumen sein." Nehmen Sie hin, was Sie lesen. Zu Ihrer Persönlichkeit gehört Widerspruchsgeist. Das ist gar nicht so schlecht. Aber lassen Sie nicht zu, dass dieser Geist immer wieder jeden Rettungsring ablehnt, den Sie als Betroffener mit Messie-Syndrom zugeworfen bekommen.
simplify-Tipp: Akzeptieren Sie jetzt schon, dass die vor Ihnen liegende Aufgabe einfach ist. Jeder, der Ihnen sagt, es sei schwer, ist gegen Sie.
Vergessen Sie den Blocker gegen das Entrümpeln
Warum leide ich am Messie-Syndrom? Ist das eine Fehlfunktion bestimmter Hirnregionen? Habe ich ein schweres Kindheitstrauma? Alle diese Fragen sind Blocker gegen das Entrümpeln.
simplify-Tipp: Werfen Sie diese Fragen über Bord. Niemand ist durch ihre Beantwortung weitergekommen und hat das Messie-Syndrom über Bord geworfen. Warum Sie Messie sind und Hilfe beim Aufräumen brauchen, ist egal. Sie wollen keiner mehr sein. Das ist das Einzige, was zählt.
Sie leiden am Messie-Syndrom - pfeifen Sie auf die anderen Probleme
"Ja, wenn das Chaos in der Wohnung nur mein einziges Problem wäre!" Sie haben ein schlimmes Verhältnis zu Ihren Eltern. Chronische Geldsorgen. Sie fühlen sich wertlos. Sind oft krank. Kurzum: Ihr Messie-Syndrom ist nicht das einzige Problem.
simplify-Tipp: Alle diese Probleme müssen auch gelöst werden. Aber die hindern Sie nicht daran, Ihr Messie-Syndrom ein für allemal loszuwerden. Jetzt geht es nur ums Aufräumen.
Der erste Schritt zum Entrümpeln: Benutzen Sie Ihre Sachen
"Ich brauche das doch aber alles." Haben Sie alte Zeitschriften, aus denen Sie noch etwas ausschneiden wollten? Dann tun Sie es und freuen sich darüber. Hängen im Kleiderschrank alte Sachen, die Sie endlich mal wieder anziehen wollten? Dann ziehen Sie sie jetzt an und freuen sich. Tun Sie das mit allen diesen aufgehobenen Sachen.
simplify- Tipp: Erleben Sie das wunderbare Gefühl, dass niemand Sie zum Wegwerfen zwingt. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, nur bei Ihnen und das jetzt.
Ich kann nicht aufräumen? Pfeifen Sie aufs Scheitern
"Das ist so viel, das Aufräumen und Entrümpeln schaffe ich doch nie!" Scheitern bedeutet, etwas tun zu müssen, was Sie lieber nicht tun möchten. Bei etwas Vergnüglichem dagegen kann man nicht scheitern. So ist das jetzt mit dem Aufräumen.
simplify- Tipp: Schalten Sie um von Müssen auf Wollen. Dann können Sie nicht mehr versagen. Etwas, was Sie wollen, halten Sie auch durch. Oder haben Sie schon einmal gefürchtet, Ihr Lieblingsessen nicht aufessen zu können?
Seien Sie ehrlich zu sich - so lösen Sie das Problem simplify!
"Ohne Chaos verliere ich meine Kreativität!" Sprechen Sie diesen Satz 5-mal hintereinander. Bereits beim 3. Mal werden Sie merken, wie unsinnig er ist. Chaos und Dreck behindern Kreativität. Menschen mit Messie-Syndrom kommen auf viele gute Ideen, aber so gut wie nie mitten in ihrer Wohnung, sondern bei allen möglichen anderen Gelegenheiten.
simplify-Tipp: Trennen Sie die unsinnige Verbindung von Unordnung und Geistesblitz. Chaos bringt niemals einen Gewinn. Ihr Leben wird in einer "leeren" Wohnung nicht leer. Sie verlieren auch nicht Ihre Individualität. Im Gegenteil.
Gratulieren Sie sich zum Leben nach dem Messie-Syndrom
"Ich werde es schaffen!" Auch dieser Satz ist eine Falle. Denn er geht davon aus, dass Sie eigentlich ein Messie sind und dagegen ankämpfen müssen. Sie haben aber doch oben im 1. Absatz bereits beschlossen, keiner mehr zu sein! Sie verlieren nichts, wenn Sie kein Messie mehr sind. Sie können nur gewinnen.
simplify-Tipp: Sie haben es bereits geschafft! Sagen Sie also stattdessen fröhlich: "Ja, ich will beim Thema Ordnung ein ganz normaler Mensch bleiben!"
Und jetzt?
Wo bleiben die Tipps zum Aufräumen? Die praktischen simplify-Anleitungen zum Entrümpeln? Die Kniffe der Profis? Hand aufs Herz: Die kennen Sie alle zur Genüge, besser als viele andere. Die Technik ist nicht mehr das Problem. Sie wissen, dass Sie nicht in leeren Zimmern leben müssen, die Sie gewissenhaft ausräumen und entrümpeln müssen, sondern dass jedes Ding einfach seinen Platz haben sollte. Sie wissen, dass es bei Ihnen niemals steril aussehen wird. Und dass Sie nun endlich anfangen dürfen.“
Aus „Thomas Ritter, Endlich aufgeräumt“
So, nun wissen alle Messies, wie Sie Ihr Problem einfach lösen können…
Hier der Text eines besonderen Schlau Michels.
Zitat:
„Aufräumen: Nie wieder dem Messie-Syndrom erliegen!
Thema: Entrümpeln
Stellen Sie sich hin und sagen Sie laut: "Ja, ich will ein Messie bleiben, ich brauche keine Hilfe beim Aufräumen!" Finden Sie den Zustand Ihrer Wohnung schön. Wenn das gelingt, leiden Sie nicht am Messie-Syndrom (manche schreiben auch Messy-Syndrom) - lesen Sie einen anderen Text zum Thema Aufräumen und Entrümpeln.
Haben Sie aber Zweifel, dann holen Sie tief Luft und probieren Sie einen anderen Satz: "Ich will frei und ohne Messie-Syndrom leben, ich bin Messie und brauche Hilfe beim Aufräumen!" Dann lesen Sie diesen Artikel weiter.
Gegen das Messie-Syndrom kämpfen: Lesen Sie diese Seite ganz durch
Sagen Sie nicht (wie schon so oft): "Dieser Artikel wird mir als Messie auch keine Hilfe beim Aufräumen sein." Nehmen Sie hin, was Sie lesen. Zu Ihrer Persönlichkeit gehört Widerspruchsgeist. Das ist gar nicht so schlecht. Aber lassen Sie nicht zu, dass dieser Geist immer wieder jeden Rettungsring ablehnt, den Sie als Betroffener mit Messie-Syndrom zugeworfen bekommen.
simplify-Tipp: Akzeptieren Sie jetzt schon, dass die vor Ihnen liegende Aufgabe einfach ist. Jeder, der Ihnen sagt, es sei schwer, ist gegen Sie.
Vergessen Sie den Blocker gegen das Entrümpeln
Warum leide ich am Messie-Syndrom? Ist das eine Fehlfunktion bestimmter Hirnregionen? Habe ich ein schweres Kindheitstrauma? Alle diese Fragen sind Blocker gegen das Entrümpeln.
simplify-Tipp: Werfen Sie diese Fragen über Bord. Niemand ist durch ihre Beantwortung weitergekommen und hat das Messie-Syndrom über Bord geworfen. Warum Sie Messie sind und Hilfe beim Aufräumen brauchen, ist egal. Sie wollen keiner mehr sein. Das ist das Einzige, was zählt.
Sie leiden am Messie-Syndrom - pfeifen Sie auf die anderen Probleme
"Ja, wenn das Chaos in der Wohnung nur mein einziges Problem wäre!" Sie haben ein schlimmes Verhältnis zu Ihren Eltern. Chronische Geldsorgen. Sie fühlen sich wertlos. Sind oft krank. Kurzum: Ihr Messie-Syndrom ist nicht das einzige Problem.
simplify-Tipp: Alle diese Probleme müssen auch gelöst werden. Aber die hindern Sie nicht daran, Ihr Messie-Syndrom ein für allemal loszuwerden. Jetzt geht es nur ums Aufräumen.
Der erste Schritt zum Entrümpeln: Benutzen Sie Ihre Sachen
"Ich brauche das doch aber alles." Haben Sie alte Zeitschriften, aus denen Sie noch etwas ausschneiden wollten? Dann tun Sie es und freuen sich darüber. Hängen im Kleiderschrank alte Sachen, die Sie endlich mal wieder anziehen wollten? Dann ziehen Sie sie jetzt an und freuen sich. Tun Sie das mit allen diesen aufgehobenen Sachen.
simplify- Tipp: Erleben Sie das wunderbare Gefühl, dass niemand Sie zum Wegwerfen zwingt. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, nur bei Ihnen und das jetzt.
Ich kann nicht aufräumen? Pfeifen Sie aufs Scheitern
"Das ist so viel, das Aufräumen und Entrümpeln schaffe ich doch nie!" Scheitern bedeutet, etwas tun zu müssen, was Sie lieber nicht tun möchten. Bei etwas Vergnüglichem dagegen kann man nicht scheitern. So ist das jetzt mit dem Aufräumen.
simplify- Tipp: Schalten Sie um von Müssen auf Wollen. Dann können Sie nicht mehr versagen. Etwas, was Sie wollen, halten Sie auch durch. Oder haben Sie schon einmal gefürchtet, Ihr Lieblingsessen nicht aufessen zu können?
Seien Sie ehrlich zu sich - so lösen Sie das Problem simplify!
"Ohne Chaos verliere ich meine Kreativität!" Sprechen Sie diesen Satz 5-mal hintereinander. Bereits beim 3. Mal werden Sie merken, wie unsinnig er ist. Chaos und Dreck behindern Kreativität. Menschen mit Messie-Syndrom kommen auf viele gute Ideen, aber so gut wie nie mitten in ihrer Wohnung, sondern bei allen möglichen anderen Gelegenheiten.
simplify-Tipp: Trennen Sie die unsinnige Verbindung von Unordnung und Geistesblitz. Chaos bringt niemals einen Gewinn. Ihr Leben wird in einer "leeren" Wohnung nicht leer. Sie verlieren auch nicht Ihre Individualität. Im Gegenteil.
Gratulieren Sie sich zum Leben nach dem Messie-Syndrom
"Ich werde es schaffen!" Auch dieser Satz ist eine Falle. Denn er geht davon aus, dass Sie eigentlich ein Messie sind und dagegen ankämpfen müssen. Sie haben aber doch oben im 1. Absatz bereits beschlossen, keiner mehr zu sein! Sie verlieren nichts, wenn Sie kein Messie mehr sind. Sie können nur gewinnen.
simplify-Tipp: Sie haben es bereits geschafft! Sagen Sie also stattdessen fröhlich: "Ja, ich will beim Thema Ordnung ein ganz normaler Mensch bleiben!"
Und jetzt?
Wo bleiben die Tipps zum Aufräumen? Die praktischen simplify-Anleitungen zum Entrümpeln? Die Kniffe der Profis? Hand aufs Herz: Die kennen Sie alle zur Genüge, besser als viele andere. Die Technik ist nicht mehr das Problem. Sie wissen, dass Sie nicht in leeren Zimmern leben müssen, die Sie gewissenhaft ausräumen und entrümpeln müssen, sondern dass jedes Ding einfach seinen Platz haben sollte. Sie wissen, dass es bei Ihnen niemals steril aussehen wird. Und dass Sie nun endlich anfangen dürfen.“
Aus „Thomas Ritter, Endlich aufgeräumt“
So, nun wissen alle Messies, wie Sie Ihr Problem einfach lösen können…
Mittwoch, 21. Juli 2010
Das Messie Syndrom
Das "Messie"-Syndrom
Unter dem Namen "Vermüllungssyndrom" wird seit ca. 1985 ein Phänomen zusammengefaßt, bei dem Menschen ihre Wohnung durch die Anhäufung von wertlosen, unbrauchbar gewordenen Gegenständen unbewohnbar machen und dadurch von Kündigung, Zwangsräumung und Unterbringung in einem Heim oder einer Institution bedroht sind.
Das Wort "Messie" ist abgeleitet von mess (englisch für Chaos, Unordnung, Schwierigkeit). Im deutschsprachigen Raum wurde der Begriff durch Bücher der Amerikanerin Sandra Felton populär.
Messies leiden darunter, insbesondere im privaten Bereich, keine zeitliche und oder räumliche Ordnung herstellen oder halten zu können, in der sie sich wohl fühlen. Dieses "Unwohlsein" kann durchaus die lebenseinschränkenden Ausmaße einer Krankheit annehmen. Es gibt noch so gut wie keine wissenschaftliche Definition, geschweige denn Erklärung oder gar Behandlungsmethode.
Zugrunde liegt diesem Phänomen eine bisher noch kaum vollständig verstandene Unfähigkeit der Betroffenen, brauchbar und unbrauchbar zu unterschieden und dieser Einsicht gemäß zu handeln. Während es scheint, daß weniger schwer Betroffene von einem bereits geheilten "Messie" bei der Räumung der Wohnung bzw. Behebung der Unordnung Unterstützung zu erfahren, sind die schweren Fälle ohne Eingreifen von Behörden, Justiz und Müllabfuhr nicht beeinflußbar.
Man hält Coaching für ein geeignetes Mittel, Messies zu unterstützen, denn ein Coach greift nicht persönlich ein, sondern berät lediglich. Die Erstellung von Arbeitsplänen und die Unterstützung bei deren Einhaltung helfen den Betroffenen oft, ihre täglichen Aufgaben besser zu strukturieren. Hilfreich kann auch ein Peer sein (peer to peer), der dem Messie beim Aufräumen Gesellschaft leistet, ihn ermutigt, und ihn beim Aussortieren, Verstauen und Ablegen unterstützt.
Was ist das?
Die Amerikanerin Sandra Felton, eine Mathematiklehrerin aus Miami (Florida), gründete die weltweit erste Gruppe der "Anonymen Messies" und hat mehrere Bücher über das Problem geschrieben, unter anderem "Im Chaos bin ich Königin" und "Im Chaos werden Rosen blühen" (Brendow-Verlag).
Felton sorgte 23 Jahre lang für Unordnung und Chaos daheim, bis sie die Ärmel aufkrempelte. Der absolute Tiefpunkt kam, als sie wochenlang nicht merkte, daß das Abflußrohr an ihrem Küchenbecken leckte. Denn im Einbauschrank darunter stapelten sich alte Zeitungen. Das Papier sog das Wasser aus dem Rohr auf, und die zweifache Mutter entdeckte die Bescherung erst, als der Boden unter dem Becken schon halb verrottet war.
Messies sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Viele von ihnen sind überdurchschnittlich mit "Ordnung" beschäftigt und im Beruf oft perfekter als andere. Egal ob als Lehrer, Kellner oder Manager.
Das Sammeln, Horten, Nicht-Wegwerfen kann bis zur Vermüllung führen. Die meisten Messies befinden sich aber in einem recht stabilen Höllenzustand irgendwo zwischen "äußerlich unauffällig" einerseits und der in den Medien gern zur Schau gestellten Vermüllung andererseits.
Vieles, was anderen leicht fällt, fällt Messies besonders schwer, wie Wegräumen, Abwaschen etc. Es bestehen große Entscheidungsschwierigkeiten bei alltäglichen Kleinigkeiten und, selbst wenn äußerlich unauffällig, gibt es ein Gefühl "Ich habe versagt". Daraus folgt eine Scham, die oft im Privatleben zur sozialen Isolation führt.
Die "Fangfrage" lautet: Wie fühlen Sie sich in ihrer Wohnung! Können Sie jederzeit Besuch empfangen?
Es gibt 4 Chaos-Phänomene bei Messies:
1. äußerlich unauffällig-normal, Ordnung ist jedoch ein ungewöhnlich wichtiger Teil des Lebens, sie zu halten wird als Qual empfunden
2. Zeit: z.B. Unpünktlichkeit und Versäumen wichtiger Termine
3. Papier: Horten von Papieren, Notizen, Zeitungen, Artikeln
4. Sammeln: Horten von Gegenständen, zwanghaftes Kaufen
Auslöser sind Überforderungssituationen bezüglich Leistungsvermögen, Wissen, Besitz und Können für innerlich schon verunsicherte Persönlichkeiten. Diese entstehen aus z.B. angeborenen oder erworbenen individuellen Schwächen oder allgemein offensichtlichen Belastungen. Kritische Ereignisse wie Hochzeit, Geburt, Trennung, aber auch Krankheiten kommen als Auslöser in Frage.
Eine auslösende Überforderungssituation wird oft durch Teufelskreise selbst wieder hergestellt und beständig erhalten, z.B. durch typischen Perfektionismus, dem man selbst nicht gerecht werden kann. Nach dem durchaus vernünftigen Motto: etwas, was man nicht schaffen kann, erst gar nicht anzufangen - wird aus einem "Tasse abwaschen" z.B. eine "Komplette Hausputz Idee" was in der aktuell gegebenen Zeit nicht schaffbar ist - die Tasse bleibt dreckig stehen.
Auf die Überforderung hin schotten sich Messies mit der Zeit systematisch von der Umwelt ab. Das Phänomen ist umgebungs- bzw. ortsgebunden, d.h. es konzentriert sich in der Regel auf das Privatleben in der eigenen Wohnung. In Beruf und Freizeit sind Messies eher unauffällig.
Darunter leiden Messies massiv, fühlen sich minderwertig, weil sie sich einer als normal dargestellten Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Messies erleben sich mehr als passiv in einer auf sie einstürmenden Welt und weniger als aktiv ihr eigenes Leben frei gestaltend. Die selbstschützende Ablehnung weiterer als fordernd erlebter Situationen und oder Personen dürfte auch der Grund für eine manchmal auffällige Feindseligkeit bei Messies sein.
Wie wird man zu einem "Messie"?
Die krankhafte Sucht, massenhaft Tiere zu sammeln, ist mit dem Messie-Syndrom verwandt und in der Psychologie als Tierhortungs-Syndrom („animal-hoarding“-Syndrom) bekannt, wobei in Extremfällen die Betroffenen Tiere gleich hundertfach sammeln. 200 Hunde oder 500 Wellensittiche werden dabei auf engstem Raum gehalten und verwahrlosen, da sie nicht richtig gefüttert werden und vermehren sie sich meist unkontrolliert. Neugeborene Tiere werden von erwachsenen Tieren oft totgetrampelt und blieben liegen. Dahinter verbergen sich meist menschliche Probleme. Studien aus den USA zeigen, dass drei Viertel der Betroffenen Frauen sind, wobei jede zweite von ihnen allein lebt. Es kommen in der Regel mehrere Faktoren zusammen, etwa eine besonders ausgeprägte Tierliebe und oft auch eine menschliche Vereinsamung. Die Energie konzentriert sich dann mehr und mehr auf die Tiere, so dass dem Betroffenen das Ganze mehr und mehr über den Kopf wächst und es ihm schwer fällt, Grenzen zu setzen, so dass sich die Sammelleidenschaft verselbstständigt. Die krankhaften Tiersammler erkennen dabei nicht, wie schlecht es den Tieren gehe und die Wahrnehmung der eigenen Umgebung erfolgt nur noch durch einen recht engen Filter, indem unliebsame Aspekte der Realität ausgeblendet werden.
Die Wurzeln des Chaosproblems wurden oft durch ein geringes Selbstwertgefühl gelegt mit Verlust- und Existenzängsten in der frühen Kindheit. Entwicklungsdefizite führten zu einem Mangel an Urvertrauen in die eigene Umgebung und unmittelbaren Bezugspersonen. Wird ein Kind von den Eltern in seinen Grundbedürfnissen enttäuscht, lernt es, dass auf seine Bezugspersonen kein Verlass ist. So klammert es sich an Dinge, von denen es glaubt, dass sie dauerhaft oder zeitlos sind. Sie geben ihm eine Pseudoselbstsicherheit.
Das Sammeln von Nutzlosem ist dabei weder eine Zwangserkrankung noch eine gestörte Persönlichkeit. Messies sind sehr sensible Menschen, denken viel nach und spüren genau, wenn man sie nicht ernst nimmt. Der Automatismus, der anderen Menschen selbstverständlich ist, dass Altes einfach weggeworfen wird, fehlt den Messies. Erst wenn sie ihr Selbstvertrauen wiedergewonnen haben, wenn ihr beschädigtes Ich wieder repariert ist, können sie ihr Problem mit dem Müll überwinden.
Mögliche Wurzeln des Chaosproblems
Es darf auf keinen Fall mit Druck zum Aufräumen gedrängt werden, sonst muß in der Regel mit massivstem aktivem und vor allem passivem Widerstand gerechnet werden.
Bei dem "unordentlich" Herumliegenden handelt es sich um Denkmäler für Aktivitäten und Vorhaben. Es einfach "wegzuräumen" würde entweder das starke Pflichtbewußtsein des Messie zutiefst verletzen, oder ihn seiner Hobby-Aktivitäten und "letzten Freiheiten" berauben. In jedem Fall ist es ein enormer Eingriff in seine Privatsphäre.
Müll und Unordnung schützt den Messie vor Identitätsverlust
Messies brauchen Hilfe, wohlgemerkt keine Haushaltshilfe, denn das würde ihr Problem nicht lösen. Im Gegenteil: der Privatbereich, die Wohnung ist oft stark schambelastet, Eingriffe und Verletzungen in diesem Bereich müssen entsprechend vermieden werden. Sie brauchen
1. die innere Bereitschaft, ihr unter harten Bedingungen erlerntes Verhalten zu ändern und Hilfe anzunehmen.
2. Hilfe in Form von
a. vor allem Verständnis und Akzeptanz
durch die Gesellschaft mit anderen Menschen mit gleichen Problemen, was durch
eine Selbsthilfegruppe sehr gut vermittelt werden kann.
b. oft auch einen liebevollen Freund, der gut zuhört und nicht bewertet, der
Lösungen aufzeigt und realisieren hilft, der jedoch keine Anforderungen stellt,
lehrmeistert oder Erfolgszensuren vergibt.
c. eine spezielle Verhaltenstherapie, in der
an den irrationalen - nicht hilfreichen - selbstschädigenden Gedanken
gearbeitet wird.
d. zeitgleich dazu ein Verhaltensplan erstellt wird.
Quellen:
http://members.aol.com/messies/l
http://www.adhs.de/ADS-Literatur/messies.htm
http://www.huepfkleckse.de/messies.html
http://www.benten.de/csg/pub/f100_de.html
Unter dem Namen "Vermüllungssyndrom" wird seit ca. 1985 ein Phänomen zusammengefaßt, bei dem Menschen ihre Wohnung durch die Anhäufung von wertlosen, unbrauchbar gewordenen Gegenständen unbewohnbar machen und dadurch von Kündigung, Zwangsräumung und Unterbringung in einem Heim oder einer Institution bedroht sind.
Das Wort "Messie" ist abgeleitet von mess (englisch für Chaos, Unordnung, Schwierigkeit). Im deutschsprachigen Raum wurde der Begriff durch Bücher der Amerikanerin Sandra Felton populär.
Messies leiden darunter, insbesondere im privaten Bereich, keine zeitliche und oder räumliche Ordnung herstellen oder halten zu können, in der sie sich wohl fühlen. Dieses "Unwohlsein" kann durchaus die lebenseinschränkenden Ausmaße einer Krankheit annehmen. Es gibt noch so gut wie keine wissenschaftliche Definition, geschweige denn Erklärung oder gar Behandlungsmethode.
Zugrunde liegt diesem Phänomen eine bisher noch kaum vollständig verstandene Unfähigkeit der Betroffenen, brauchbar und unbrauchbar zu unterschieden und dieser Einsicht gemäß zu handeln. Während es scheint, daß weniger schwer Betroffene von einem bereits geheilten "Messie" bei der Räumung der Wohnung bzw. Behebung der Unordnung Unterstützung zu erfahren, sind die schweren Fälle ohne Eingreifen von Behörden, Justiz und Müllabfuhr nicht beeinflußbar.
Man hält Coaching für ein geeignetes Mittel, Messies zu unterstützen, denn ein Coach greift nicht persönlich ein, sondern berät lediglich. Die Erstellung von Arbeitsplänen und die Unterstützung bei deren Einhaltung helfen den Betroffenen oft, ihre täglichen Aufgaben besser zu strukturieren. Hilfreich kann auch ein Peer sein (peer to peer), der dem Messie beim Aufräumen Gesellschaft leistet, ihn ermutigt, und ihn beim Aussortieren, Verstauen und Ablegen unterstützt.
Was ist das?
Die Amerikanerin Sandra Felton, eine Mathematiklehrerin aus Miami (Florida), gründete die weltweit erste Gruppe der "Anonymen Messies" und hat mehrere Bücher über das Problem geschrieben, unter anderem "Im Chaos bin ich Königin" und "Im Chaos werden Rosen blühen" (Brendow-Verlag).
Felton sorgte 23 Jahre lang für Unordnung und Chaos daheim, bis sie die Ärmel aufkrempelte. Der absolute Tiefpunkt kam, als sie wochenlang nicht merkte, daß das Abflußrohr an ihrem Küchenbecken leckte. Denn im Einbauschrank darunter stapelten sich alte Zeitungen. Das Papier sog das Wasser aus dem Rohr auf, und die zweifache Mutter entdeckte die Bescherung erst, als der Boden unter dem Becken schon halb verrottet war.
Messies sind sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Viele von ihnen sind überdurchschnittlich mit "Ordnung" beschäftigt und im Beruf oft perfekter als andere. Egal ob als Lehrer, Kellner oder Manager.
Das Sammeln, Horten, Nicht-Wegwerfen kann bis zur Vermüllung führen. Die meisten Messies befinden sich aber in einem recht stabilen Höllenzustand irgendwo zwischen "äußerlich unauffällig" einerseits und der in den Medien gern zur Schau gestellten Vermüllung andererseits.
Vieles, was anderen leicht fällt, fällt Messies besonders schwer, wie Wegräumen, Abwaschen etc. Es bestehen große Entscheidungsschwierigkeiten bei alltäglichen Kleinigkeiten und, selbst wenn äußerlich unauffällig, gibt es ein Gefühl "Ich habe versagt". Daraus folgt eine Scham, die oft im Privatleben zur sozialen Isolation führt.
Die "Fangfrage" lautet: Wie fühlen Sie sich in ihrer Wohnung! Können Sie jederzeit Besuch empfangen?
Es gibt 4 Chaos-Phänomene bei Messies:
1. äußerlich unauffällig-normal, Ordnung ist jedoch ein ungewöhnlich wichtiger Teil des Lebens, sie zu halten wird als Qual empfunden
2. Zeit: z.B. Unpünktlichkeit und Versäumen wichtiger Termine
3. Papier: Horten von Papieren, Notizen, Zeitungen, Artikeln
4. Sammeln: Horten von Gegenständen, zwanghaftes Kaufen
Auslöser sind Überforderungssituationen bezüglich Leistungsvermögen, Wissen, Besitz und Können für innerlich schon verunsicherte Persönlichkeiten. Diese entstehen aus z.B. angeborenen oder erworbenen individuellen Schwächen oder allgemein offensichtlichen Belastungen. Kritische Ereignisse wie Hochzeit, Geburt, Trennung, aber auch Krankheiten kommen als Auslöser in Frage.
Eine auslösende Überforderungssituation wird oft durch Teufelskreise selbst wieder hergestellt und beständig erhalten, z.B. durch typischen Perfektionismus, dem man selbst nicht gerecht werden kann. Nach dem durchaus vernünftigen Motto: etwas, was man nicht schaffen kann, erst gar nicht anzufangen - wird aus einem "Tasse abwaschen" z.B. eine "Komplette Hausputz Idee" was in der aktuell gegebenen Zeit nicht schaffbar ist - die Tasse bleibt dreckig stehen.
Auf die Überforderung hin schotten sich Messies mit der Zeit systematisch von der Umwelt ab. Das Phänomen ist umgebungs- bzw. ortsgebunden, d.h. es konzentriert sich in der Regel auf das Privatleben in der eigenen Wohnung. In Beruf und Freizeit sind Messies eher unauffällig.
Darunter leiden Messies massiv, fühlen sich minderwertig, weil sie sich einer als normal dargestellten Aufgabe nicht gewachsen fühlen. Messies erleben sich mehr als passiv in einer auf sie einstürmenden Welt und weniger als aktiv ihr eigenes Leben frei gestaltend. Die selbstschützende Ablehnung weiterer als fordernd erlebter Situationen und oder Personen dürfte auch der Grund für eine manchmal auffällige Feindseligkeit bei Messies sein.
Wie wird man zu einem "Messie"?
Die krankhafte Sucht, massenhaft Tiere zu sammeln, ist mit dem Messie-Syndrom verwandt und in der Psychologie als Tierhortungs-Syndrom („animal-hoarding“-Syndrom) bekannt, wobei in Extremfällen die Betroffenen Tiere gleich hundertfach sammeln. 200 Hunde oder 500 Wellensittiche werden dabei auf engstem Raum gehalten und verwahrlosen, da sie nicht richtig gefüttert werden und vermehren sie sich meist unkontrolliert. Neugeborene Tiere werden von erwachsenen Tieren oft totgetrampelt und blieben liegen. Dahinter verbergen sich meist menschliche Probleme. Studien aus den USA zeigen, dass drei Viertel der Betroffenen Frauen sind, wobei jede zweite von ihnen allein lebt. Es kommen in der Regel mehrere Faktoren zusammen, etwa eine besonders ausgeprägte Tierliebe und oft auch eine menschliche Vereinsamung. Die Energie konzentriert sich dann mehr und mehr auf die Tiere, so dass dem Betroffenen das Ganze mehr und mehr über den Kopf wächst und es ihm schwer fällt, Grenzen zu setzen, so dass sich die Sammelleidenschaft verselbstständigt. Die krankhaften Tiersammler erkennen dabei nicht, wie schlecht es den Tieren gehe und die Wahrnehmung der eigenen Umgebung erfolgt nur noch durch einen recht engen Filter, indem unliebsame Aspekte der Realität ausgeblendet werden.
Die Wurzeln des Chaosproblems wurden oft durch ein geringes Selbstwertgefühl gelegt mit Verlust- und Existenzängsten in der frühen Kindheit. Entwicklungsdefizite führten zu einem Mangel an Urvertrauen in die eigene Umgebung und unmittelbaren Bezugspersonen. Wird ein Kind von den Eltern in seinen Grundbedürfnissen enttäuscht, lernt es, dass auf seine Bezugspersonen kein Verlass ist. So klammert es sich an Dinge, von denen es glaubt, dass sie dauerhaft oder zeitlos sind. Sie geben ihm eine Pseudoselbstsicherheit.
Das Sammeln von Nutzlosem ist dabei weder eine Zwangserkrankung noch eine gestörte Persönlichkeit. Messies sind sehr sensible Menschen, denken viel nach und spüren genau, wenn man sie nicht ernst nimmt. Der Automatismus, der anderen Menschen selbstverständlich ist, dass Altes einfach weggeworfen wird, fehlt den Messies. Erst wenn sie ihr Selbstvertrauen wiedergewonnen haben, wenn ihr beschädigtes Ich wieder repariert ist, können sie ihr Problem mit dem Müll überwinden.
Mögliche Wurzeln des Chaosproblems
Es darf auf keinen Fall mit Druck zum Aufräumen gedrängt werden, sonst muß in der Regel mit massivstem aktivem und vor allem passivem Widerstand gerechnet werden.
Bei dem "unordentlich" Herumliegenden handelt es sich um Denkmäler für Aktivitäten und Vorhaben. Es einfach "wegzuräumen" würde entweder das starke Pflichtbewußtsein des Messie zutiefst verletzen, oder ihn seiner Hobby-Aktivitäten und "letzten Freiheiten" berauben. In jedem Fall ist es ein enormer Eingriff in seine Privatsphäre.
Müll und Unordnung schützt den Messie vor Identitätsverlust
Messies brauchen Hilfe, wohlgemerkt keine Haushaltshilfe, denn das würde ihr Problem nicht lösen. Im Gegenteil: der Privatbereich, die Wohnung ist oft stark schambelastet, Eingriffe und Verletzungen in diesem Bereich müssen entsprechend vermieden werden. Sie brauchen
1. die innere Bereitschaft, ihr unter harten Bedingungen erlerntes Verhalten zu ändern und Hilfe anzunehmen.
2. Hilfe in Form von
a. vor allem Verständnis und Akzeptanz
durch die Gesellschaft mit anderen Menschen mit gleichen Problemen, was durch
eine Selbsthilfegruppe sehr gut vermittelt werden kann.
b. oft auch einen liebevollen Freund, der gut zuhört und nicht bewertet, der
Lösungen aufzeigt und realisieren hilft, der jedoch keine Anforderungen stellt,
lehrmeistert oder Erfolgszensuren vergibt.
c. eine spezielle Verhaltenstherapie, in der
an den irrationalen - nicht hilfreichen - selbstschädigenden Gedanken
gearbeitet wird.
d. zeitgleich dazu ein Verhaltensplan erstellt wird.
Quellen:
http://members.aol.com/messies/l
http://www.adhs.de/ADS-Literatur/messies.htm
http://www.huepfkleckse.de/messies.html
http://www.benten.de/csg/pub/f100_de.html
Arbeitstagung mit Herrn Dr. Rainer Rehberger
Ankündigung:
Arbeitstagung mit Herrn Dr. Rainer Rehberger
in Düsseldorf Unterbach
AWO Zentrum plus
Gerresheimer Landstr. 101
Samstag, 25 September 2010
10 – 18 Uhr
Arbeitstagung mit Herrn Dr. Rainer Rehberger
in Düsseldorf Unterbach
AWO Zentrum plus
Gerresheimer Landstr. 101
Samstag, 25 September 2010
10 – 18 Uhr
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